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Perle des Blanches

Einige besonders schöne Bourbonrosen verdanken wir der Kreuzung von Mlle Blanche Lafitte mit der heute verschollenen Portlandrose Sapho, die der französische Züchter Lacharme wiederholt durchgeführt hat. 
Boule de Neige ist die einzige dieser Geschwisterreihe, die auch heute noch überall im Handel ist. Dabei sind auch ihre Schwestern wertvolle Gartenrosen. 

Die weitaus frosthärteste von ihnen ist die 1872 entstandene Perle des Blanches. In Schleswig-Holstein friert sie auch an exponierten Pflanzplätzen nicht zurück, in kühleren Gegenden übersteht sie den Winter mit einer Schattierung gegen die Vorfrühlingssonne und an geschützten Standorten.

Fast alle Bourbonrosen können klettern und eignen sich mit ihrem gut verzweigten, schlanken Wuchs besonders als Kletterrosen für kleinere Gärten, für die Bepflanzung von Pavillons,  Rosenbögen und von Säulen. Perle des Blanches ist dafür ein gutes Beispiel.

Wie einige ihrer Schwestern blüht sie im ersten Standjahr noch nicht sehr üppig und duftet auch nur wenig. Zuerst steckt sie ihre ganze Energie in schnelles Höhenwachstum. Wer aber etwas Geduld aufbringt, wird ab dem zweiten Standjahr mit immer wieder neuen, üppigen Blütenbüscheln bis weit in den Herbst hinein und auch mit starkem Duft verwöhnt. Die Duftrichtung ist eine Mischung aus Damaszenerduft mit fruchtigem Tee-Anteil.

Die Knospen sind rundlich und zart rosa, die Blüten im Aufblühen durchscheinend perlrosa und später dann weiß mit cremerosa Schattierungen in der Mitte. Sie sind mittelgroß, stark gefüllt und erscheinen immer in Büscheln. Voll aufgeblüht biegen sich die äußeren Petalen zurück und die Blüten sehen tatsächlich aus wie flache Perlen.

Die kurzen Blütenstiele sind ein Merkmal der Portlandrosen, von denen Perle des Blanches väterlicherseits abstammt. Auch die Anordnung der Blütenbüschel kurz über dem Laub erinnert an diese Rosenklasse. Wenn man Abgeblühtes nicht entfernt, bilden sich sehr schnell fruchtbare, rote Hagebutten, an den Nebentrieben erscheinen aber trotzdem bis zum Frost immer noch neue Blüten. 

Das Laub ist glatt, mittelgrün, elegant geformt und weitgehend gesund, die Stacheln sind zwar zahlreich, aber nicht sehr bedrohlich.

Perle de Blanches kann an günstigen Standorten schon im zweiten Jahr 2m Höhe oder mehr erreichen. Wenn die Triebe noch jung sind, lassen sie sich gut über einen Rosenbogen oder um eine Säule biegen.

Diese Sorte braucht wenig Schnitt: Sie bildet spontan immer neue Seitentriebe, die bald Knospen tragen. Darum reicht es, die Seitentriebe und ein bis zwei Neutriebe  einmal jährlich etwas zurückzuschneiden, um einen schönen Wuchs zu erhalten.

Sie ist wirklich eine "Perle unter den Weißen": Eine Rose mit Ausstrahlung und von besonderer Eleganz. Wer eine blühfreudige, zartfarbige, duftende Kletterrose mit relativ geringen Platzansprüchen in der Breite sucht, sollte sie unbedingt in die nähere Wahl ziehen: Es gibt kaum eine gelungenere Verbindung der besten Eigenschaften von Bourbonrosen einerseits und Portlandrosen andererseits!

In Deutschland gibt es Perle des Blanches bei der Rosenschule Weingart und bei der Bioland-Rosenschule Ruf.

Autorin: Raphaela Langenberg

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